Mit dem Gravelbike durchs Münsterland © Münsterland e.V./Jörn Berding
Schottern auf münsterländisch
Der Pättkes Gravel Grind 2026

Schottern auf münsterländisch: Der Pättkes Gravel Grind 2026

von Jörn Berding am 14.07.2026

…seit ein paar Jahren bin ich vom Rennrad mehr und mehr aufs Gravelbike umgestiegen, weg vom mitunter stressigen Straßenverkehr - mehr rein in ein Raderlebnis auf ruhigen Wegen mit Naturnähe und dennoch ausreichend Action. Im Frühjahr hörte ich zum ersten Mal vom „Pättkes Gravel Grind“. Ein neues Gravel-Event ohne Renncharakter und als Gemeinschaftserlebnis, gar nicht weit weg, und mit einem so wunderbar klingenden, münsterländisch-internationalen Namen? Das interessiert mich und ich lese mich auf der Webseite ein bisschen zur Veranstaltung und dem Drumherum ein: „Unsere Gravelbike-Routen führen Dich über kleine Wege, die berühmten Pättkes, durch Wälder und die typischen Bauerschaften, entlang von Bächen, Seen und des Dortmund-Ems-Kanals … Das Basecamp des Pättkes Gravel Grind schlagen wir in Lüdinghausen auf, ganz in der Nähe der bekannten Burg Vischering. Hier geben wir alles, damit Du einen unvergesslichen Gravel-Bike-Tag erlebst … Und wenn Du kaputt aber glücklich vom Rad steigst, füllst Du Deine Energiespeicher mit richtig richtig gutem Essen am Food Truck auf“. Das Paket hört sich verlockend an, ich bin dabei!

Die Streckenwahl: Ab in die Haard

Ein paar Tage vor der Veranstaltung erhalten alle rund 90 Teilnehmenden die Tracks, die einen über die ausgearbeiteten Strecken führen und am Tag selbst hat man dann die Qual der Wahl: „Kurze “ 75 km Nordschleife mit 360 Höhenmetern in die Baumberge oder etwas länger in südlicher Richtung durch Die Ha(a)rd - oder die Kombi aus beiden! In den Baumbergen bin ich oft selbst unterwegs und kenne die schönen Strecken dort bereits ganz gut. Die Haard, das hügelige Waldgebiet im Naturpark Hohe Mark hingegen habe ich noch nicht mit dem Gravelbike erkundet. Auch angesichts angesagter Temperaturen bis 34 Grad entscheide ich mich daher für den Mittelweg und die „Bruce Willis-Runde“, die auf ca. 82 km auch immerhin gute 400 Höhenmeter mitbringt.

Ankommen, Startnummer holen und losrollen

Am Veranstaltungstag geht’s dann morgens los, ich versuche nicht ganz so spät auf die Runde zu starten, um der Hitze des Tages ein wenig zu entgehen... Angekommen in der Stadtlandschaft zwischen Burg Vischering und Burg Lüdinghausen, wo sich die Gravel-Community heute rund um den Pättkes Gravel Grind trifft, hole ich mir zuerst mal meinem Starterbeutel ab. Der ist prall gefüllt mit vielen Snacks und Goodies aus der Region. Richtig schick ist das speziell designte Pättkes Gravel Grind-T-Shirt!

Nach einem zweiten Frühstück mit Kaffee und leckerem handgemachten Müsliriegel von Terjung schwinge ich mich dann aufs Rad, um die Gravelrunde unter die Räder zu nehmen. Gemeinsam mit einer netten kleinen Gruppe, in der wir uns schnell auf ein für alle angenehmes Tempo einigen können.

So bleibt viel Zeit, beim Graveln auf wechselnden Untergründen - von feinem und gröberem Schotter, Waldweg und Asphalt ist alles in einer guten Mischung dabei - die sommerliche Landschaft in vollen Zügen zu genießen! Zunächst führt die Route auf ruhigen Wegen westlich raus aus Lüdinghausen, vorbei an den Borkenbergen und mit immer wieder schönen Blicken aufs Wasser am südlichen Ufer des Hullerner Stausees entlang. Bevor es dann für die nächsten mehr als 20 Kilometer in die Hügellandschaft der Haard geht, steht in den Lippeauen eine Flussüberquerung an. Hier ist dann noch mal ganz andere Muskelkraft gefragt, denn es geht mit der „Kurbelfähre Maifisch“ handbetrieben über die Lippe.

Hitzepause mit Insider-Tipp

Die Temperaturvorhersagen für den Tag stimmen übrigens und es wird immer wärmer. Der Stopp an der Gaststätte Zum Sankt Johannes am Haardgrenzweg wurde uns vorher als Insider-Tipp genannt und kommt ungefähr zur Hälfte der Strecke wie gerufen. Wir werden sehr nett empfangen, sind aber leider ein wenig zu früh dran und das Café hat noch nicht geöffnet. Doch netterweise und ganz selbstverständlich dürfen alle Teilnehmenden ihre mittlerweile schon gut geleerten Flaschen nachfüllen. Beim nächsten Mal wird hier im gemütlichen Biergarten direkt an der Strecke auf jeden Fall auch ein bisschen Energie durch Kuchen nachgefüllt!

Durch Wälder und am Kanal entlang

Mit frischem Wasser ausgerüstet geht’s dann weiter auf den abwechslungsreichen Gravel-Wegen durch die Haard. Die Route führt fast vollständig durch schattigere Waldgebiete, was es heute deutlich angenehmer macht, denn es geht stetig rauf und runter… Dabei sind auch ein paar schöne Singeltrails und längere, kurvige Abfahrten, die im Gelände richtig Spaß machen!

Nach der Umfahrung des Flaesheimer Sees liegt die Haard dann irgendwann hinter uns und es geht auf die letzten ca. 30 Kilometer, immer in Wassernähe zunächst am Wesel-Datteln-Kanal und dann an den Windungen der Lippe entlang. Die finalen Kilometer führen dann flott am Dortmund-Ems-Kanal wieder nach Lüdinghausen.

Zurück im Camp

Zurück im Camp ist dann Zeit für Ausruhen, Kaltgetränke, Obst und Kuchen, um dabei (ein bisschen…) ausgepowert, aber sehr zufrieden den Tag auf dem Gravelbike gemeinsam nochmal Revue passieren zu lassen!

Mein Fazit: Gerne wieder!

Die Teilnahme kostet regulär 70€ und der Gegenwert, den man mit einem super organisierten Gravel-Erlebnis auf tollen Strecken in entspannter Atmosphäre und Gesellschaft bekommt, passt meiner Meinung nach absolut. Neben dem Goodiebag, Kaffee, Kaltgetränken, Kuchen, Obst, einer Pasta-Mahlzeit vom Foodtruck etc. haben Marco und Benne, die Initiatoren des Pättkes Gravel Grind zusätzlich auch noch eine Reparaturstation, ein Massagemöglichkeit (für müde Beine…) und ein After-Ride-DJ-Set organisiert.

Mein Fazit lautet: Es war eine tolle Erfahrung, auf ein nächstes Mal beim Pättkes Gravel Grind!

GPX-Tracks zu einer Haard-Gravelrunde sowie einer Baumberge-Gravelrunde, jeweils angelehnt an die Streckenführungen des Eventtages, gibt es hier zum Download:

Die Ha(a)rd-Runde (angelehnt an den Pättkes Gravel Grind 2026)

Die Nordschleife in die Baumberge (angelehnt an den Pättkes Gravel Grind 2026)

Jönr Berding © Münsterland e.V.

Über Jörn Berding

Ich bin Jörn, in Münster geboren und überzeugter Münsterländer! Nach dem Geographiestudium und einer ersten Tätigkeit beim Münsterland e.V. im Jahr 2009 zum Thema Barrierefreier Tourismus hat es mich beruflich für längere Zeit nach Thüringen geführt. 2019 ging es dann jedoch mit meiner Familie zurück und nun genieße ich es sehr, wieder „da“ zu sein und hier zu leben. Seit 2021 arbeite ich nun wieder beim Münsterland e.V. zunächst im Projekt Schlösser- und Burgenregion und seit Frühjahr 2022 im neuen Projekt zum Europaradweg R1.

Ich finde gerade aus der Perspektive, längere Zeit woanders gelebt zu haben, ist es wirklich spannend, „meine“ Region mit ihren Besonderheiten bei Ausflügen und Erlebnissen jedes Mal ein Stück besser kennen zu lernen. Das merke ich auch bei einem meiner liebsten Hobbys, der Fotografie. Hier haben es mir Landschaft und Natur angetan und es ist wirklich faszinierend, welche Vielfalt man direkt vor der Haustür erleben kann.

Besonders gern bin ich auch radelnd im Münsterland unterwegs, und zwar auf schmalen Reifen mit dem Rennrad, auf breiteren mit dem Mountainbike und auch immer mehr mit der Familie, denn die Kinder fahren nun begeistert längere Strecken mit. Optimal, um die Landschaft, Sehenswürdigkeiten und Eisdielen ringsum zu entdecken!

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