Sagenwelt © Münsterland e.V.
Professor Kluck
Zwischen Kolk und magischer Glocke.

Professor Kluck. Zwischen Kolk und magischer Glocke.

von Christine Konken am 27.02.2026
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Warendorfs neues Gesicht

Warendorf hat einen neuen A-Promi: Einen urigen Professor, geschätzt etwa 1 Meter groß, der sowohl auf Leinwand als auch im Museum eine optimale Figur abgibt. Die Rede ist von der liebevoll gestalteten Klappmaulpuppe Professor Kluck, der zur Zeit ganz Warendorf verzaubert. Ganz nebenbei werden alte Sagen und Legenden der Stadt ein neues Leben eingehaucht und die Warendorfer stehen Schlange! Und nun hoffentlich auch der Rest des Münsterlands!

Die Stadt der Märchen und Geschichten

Es ist Donnerstag, früher Abend. Ich treffe mich mit Vicky in Warendorf am Parkplatz in der Nähe der Altstadt. Ein ungewöhnliches Event liegt vor uns. Wir wissen noch gar nicht so richtig was uns erwartet, aber wir glauben, dass das es ungewöhnlich, anders und einzigartig wird. Was haben wir vor? Wir wollen ins Scala. Es läuft in der ersten Vorführung Warendorfs neuer, hauseigener Märchenfilm „Die Fantastischen Geschichten des Professor Kluck und die magische Glocke“. Ein Märchenfilm mit liebevoll gestalteten Puppen, der eine Warendorfer Legende aufarbeitet. Und das ist tatsächlich alles, was wir im Vorfeld wissen – und es reicht absolut um uns extrem neugierig auf den Film zu machen.

Auf einer Scala von 1 bis 10….

Wir schlendern zum Scala. Allein dieses Kino, unter der Leitung von Johannes Austermann, Europas Jüngster Kinobetreiber, bietet schon genug Anlass, nach Warendorf zu kommen. Im Foyer begrüßen uns Jana und Christian von kluck.kola: zwei der Main Character hinter den Kulissen des Films. Später werden sie uns im Gespräch erzählen, wie viel Anspannung am heutigen Abend von ihnen abgefallen ist. Drei Jahr haben sie auf diesen Moment hingearbeitet: Aus einer einst verrückten Idee ist ein ausgewachsener Kinofilm herangereift – und der Andrang ist riesig. Heute sind sogar die Notsitze besetzt!

Hollywood aufgepasst…

Mein erster Kinofilm an den ich mich erinnern kann, war die Muppets Weihnachtsgeschichte. Filme in denen Mensch und Puppe Seite an Seite agieren, als sei es das normalste der Welt, liegen mir also per se schon mal am Herzen. Ein Faible für Münsterländer Sagen und Legenden habe ich außerdem. Als das Licht ausgeht und der Film beginnt, tauche ich somit ohne weitere Fragen in die fantastische Welt des Professor Kluck ab… Als nach 45 Minuten wieder das Licht angeht ist eins klar: Das hier ist was ganz Besonderes!
Die Puppen stammen alle aus der Hand von Norman Schneider aka Der Figurenschneider – der, natürlich ebenfalls aus dem Kreis Warendorf kommt. Die liebevoll gestalteten Sets, die stimmige Story, um den mutigen Jakob, der seine Oma und die Stadtglocke der Stadt Warendorf rettet, sowie wunderschöne Aufnahmen und humorvolle Details aus Warendorf sind auch für mich als Nicht-Warendorferin so einnehmend, dass ich jeder und jedem nur ans Herz legen kann: Schaut euch den Film an!

Mehr als nur ein Film….

So richtig begeistert bin ich außerdem, weil ich in nur wenige Tage später mit Jana im Westpreußischen Landesmuseum verabredet bin. Denn hier wird die passende Ausstellung zum Film gezeigt. Unter dem Titel „Vom grundlosen Kolk bis zum Revekohl“ kann im Museum noch bis zum 28.06. in die fantastische Sagenwelt rund um den Kinofilm eingetaucht werden. Die dazugehörigen Geschichten, Requisiten und Szenenbilder runden die Ausstellung ab. Das absolute Highlight sind natürlich die beweglichen Puppen, die aus nächster Nähe betrachtet werden können. Etwa 120 Stunden hat Norman pro Puppe gebraucht. Und das sieht man!

Ein kleiner Rundgang (ohne Spoiler)

Jetzt darf ich so richtig hinter die Kulissen schauen. Wo Christian für das Filmprojekt den Hut aufhatte, fiel die Ausstellung in Janas Aufgabenbereich. Nachdem ich von dem Protagonisten des Fims, der Puppe Jakob, mit offenen Armen begrüßt wurde, betreten wir nun die „einzelnen Drehorte“. Ob innerstädtische Szene, ein Blick in die Wohnung des Professors oder tief im Moor beim Fährmann: die Sets wirken im Museum noch viel magischer. Die Sets sind einzeln beleuchtet und je nach Lichteinfall wirken auch die Puppen nochmal anders. Ich glaube fast, dass sich einige heimlich bewegen!
Jana zeigt mir die detailreichen Infotafeln, auf denen sowohl die Locations in Warendorf verzeichnet sind, als auch immer den vielen Freiwilligen und helfenden Händen der jeweiligen Szenen gedankt wird. Es ist wirklich auffällig, wie oft Jana und Christian den Lorbeer bewusst weitergeben. Es ist ihnen wichtig, dass der Dank und die Ehre dahin fällt, wo er hingehört: nämlich zu den Menschen ihrer Heimatstadt (und darüber hinaus). Zu denen, die das Projekt zu so etwas besonderem gemacht haben! Die Ausstellung endet darum auch mit einer großen Fotocollage mit allen Personen, die im Projekt mitgewirkt haben. Eins ist klar: Die zwei haben ein wahnsinniges Netzwerk aufgebaut, mit dem sie hoffentlich noch mehr Projekte umsetzen!

Ohne Moos nix los?

Meinen persönlichen Fangirl-Moment habe ich bei einer ganz kleinen Vitrine, an der ich fast vorbeilaufe! Das achtäugige Nebelmoos blickt mich mit seinen Kulleraugen an. Vier Personen braucht die kleine Puppe, um bewegt zu werden. Ein wahnsinniger Aufwand für eine kurze Filmsequenz. Aber genau das macht den Zauber um die Welt des Professor Kluck aus: Der Blick fürs Detail, die Liebe zum Extravaganten und der unbedingte Wille die sogenannte „extra mile“ zu gehen. Ein Großes Danke jedenfalls an Jana und Christian, dass sie mit ihrer Arbeit das Münsterland noch bunter und ein kleines bisschen magischer machen!

Info:

Wenn du auch an Film und Ausstellung interessiert bist, dann schau doch am besten gleich auf der Website vom Scala vorbei. Der Film wird so lange gezeigt, wie es Interessierte gibt. Ich empfehle außerdem erst den Film zu gucken und dann in die Ausstellung zu gehen! Jana hat mir noch als Tipp mitgegeben, unbedingt die Website des Museums im Blick zu behalten, weil noch einige ganz besondere Themenführungen geplant sind!

Christine Konken © Münsterland e.V.

Über Christine Konken

Hey, ich bin Christine. Mich hat es aus der italienischen Kunstgeschichte zu den Schlössern und Burgen des Münsterlandes verschlagen, um die ich mich seit 2019 beim Münsterland e.V. kümmern darf. Spannende Schlösser besuchen, besondere Burgen erleben und verschiedene Veranstaltungsformate an den Highlights unserer Region entdecken – dafür schlägt mein Herz!

Privat besuche ich nicht immer nur Schlösser und Burgen. Da spielt auch viel Musik, Kunst und Kulinarik in meine Interessensgebiete rein. Aber primär erkunde ich grade mit meinem Baby die Region: Zu Fuß mit Sport-Buggy oder auf dem E-Bike mit Babyanhänger. Und wenn der Partner und der Hund lieb sind, dann nehmen wir die auch noch mit.

Ich freue mich immer über Tipps und Anregungen, wo wir nächstes Mal reinspaziert kommen können!

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