Das Feld der Felsenbirnen im Herbst © Hof Schulze Mönking

Junibeeren aus dem Münsterland: Ein Hof in Senden setzt auf eine besondere Frucht

Die reife Junibeere © Franziska Schulze Mönking

Kennst du die Junibeere? Vermutlich nicht. Aber Felsenbirne sagt dir was, oder? Tatsächlich steht die Felsenbirne als Strauchgewächs überall in Deutschland und vermehrt auch in privaten (Vor-)Gärten. Die Felsenbirne kommt ursprünglich aus Nordamerika, erfreut sich aber auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Im Frühling sind ihre kleinen weißen Blütenstände ein Festmahl für Insekten, im Sommer trägt sie dunkelrote, ungiftige Früchte und im Herbst verfärbt sich das Laub in wunderschöne Gelb- und Orangetöne.

Von der Felsenbirne zur Junibeere

Die blühende Felsenbirne © Hof Schulze Mönking

In der Gemeinde Senden, südlich von Münster, wird die Felsenbirne seit einigen Jahren auf einer Plantage angebaut. Was als Versuchsprojekt von Ralph und Franziska Schulze Mönking auf ihren Ländereien des Hof Schulze Mönking begonnen hat, zahlt sich seit 2025 endlich aus . Es dauert etwa zwei bis drei Jahre, bis die Felsenbirne erstmalig Früchte trägt.

Franziska und Ralph Schulze Mönking © Hof Schulze Mönking

2021 hat sich das Paar an einen Versuch gewagt und vier Felsenbirnenbüsche gepflanzt. Die beiden wollten ein zweites Standbein neben der Landwirtschaft und Tierhaltung entwickeln. Dabei hatten sie viele Ideen, haben lange recherchiert und einige Pläne direkt wieder verworfen. Aber die Felsenbirne hatte es ihnen angetan. Bei ihrer Recherche hatte Franziska festgestellt, dass in Kanada die Junibeeren auf riesigen Plantagen geerntet werden. Dort heißen sie auch „Saskatoon“ und sind sehr begehrt. Doch der erste Versuch scheiterte kläglich: Vögel hatten die kompletten Beeren von den Büschen gefressen – alles umsonst! Aber statt sich unterkriegen zu lassen, recherchiert Franziska weiter und zusammen mit Ralph beschließt sie, direkt 400 Pflanzen auf dem Feld neben dem Wohnhaus anzupflanzen. Denn die Vögel fressen zwar die Beeren, aber auch sie können keine großen Mengen verspeisen. Da die Junibeeren nur wenige Wochen im Juni reif sind, ist ein kurzes Zeitfenster offen für alle, die die Beere haben möchten. Kurzerhand werden Freunde und die Familie für die Pflanzaktion eingespannt und tatsächlich können die ersten 600Kilo im Jahr 2025 geerntet werden.

Mut zum Neuanfang: Der Weg von den ersten Sträuchern zur Ernte

Die ersten Produkte © Franziska Schulze Mönking

„Ich musste viel Lehrgeld bezahlen“, erzählt mir Ralph. „Besonders wichtig ist die Pflege am Anfang, wenn die Pflanzen klein sind.“ Heute sind die Büsche schon so groß, dass man sich leicht auf dem Feld aus den Augen verlieren kann. Zwischen den akkurat gepflanzten Reihen, scharren und picken die Hühner - ein sehr idyllisches Bild. Nach der Ernte mussten sich Franziska und Ralph überlegen, wie sie die Beeren verarbeiten möchten, und sind sich schnell einig geworden: Ein Fruchtsecco und Fruchtaufstrich sollten es werden. Von dem Fruchtsecco ist heute nichts mehr übrig, denn ihnen wurden alle Flaschen abgekauft. Aber ich lasse mir den Geschmack beschreiben. „Herb, aber fruchtig. Es ist kein Hugo-Ersatz, weil der Fruchtsecco nicht so süß ist“, erinnert sich Franziska. Sie schiebt mir die Fruchtaufstriche rüber. Einer davon ist mit Schale und Kernen, der andere ohne. Beide schmecken sehr intensiv nach einer Mischung aus Pflaume und Kirsche. Ich schmecke auch Himbeere heraus, aber vermutlich bin ich so auf das Wort „Beere“ getrimmt, dass ich auch ein wenig schmecke, was ich mir vorgestellt habe.

Junibeeren selbst pflücken beim Hof Schulze Mönking

Der Hofladen bei Schulze Mönking © Franziska Schulze Mönking

In einem kleinen Holzhaus auf dem Hofgrundstück stehen die Junibeeren-Produkte zum Verkauf bereit. Dort liegt auch Infomaterial aus. Ich sehe eine Küchenwaage auf dem Tisch stehen. „Unser Selbstpflückfeld hat jetzt geöffnet bis Ende Juni. Dann beginnen wir mit der eigenen Ernte der Früchte und verarbeiten sie“, erklärt mir Franziska. Sie zeigt auf das Feld mit den Felsenbirnen. Es ist komplett umzäunt, also ideal für Familien mit kleinen Kindern, denn hier kann niemand weglaufen oder sich in Gefahr bringen. Nur die dunkelroten Beeren können geerntet werden. Franziska zeigt mir, wie leicht sie abfallen, wenn man sie vom Strauch pflückt. Zwei Sorten warten darauf, probiert zu werden. Eine davon trägt kleinere Beeren, die andere dafür größere, die schon etwas an eine Blaubeere erinnern.
Meine gepflückten Junibeeren teile ich abends mit meinem kleinen Sohn. Er nascht die Beeren pur, ich habe sie mir in meinen Joghurt gemischt. Sehr lecker!

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Über Victoria Höwische

Mein Name ist Victoria und ich bin Social Media Managerin beim Münsterland e. V. Durch die Blogger- und Influencerkooperationen, die ich bei uns koordiniere, stoße ich immer wieder auf die „hidden gems“ im Münsterland dank Tipps der Einheimischen und Kooperationspartnerinnen und –partnern aus den Münsterland-Kommunen. Es freut mich jedes Mal, wenn ich meine Entdeckungen teilen und damit beweisen kann, dass das Münsterland alles andere als langweilig ist. Die meisten Orte habe ich schon selbst, mit Freunden oder meiner Familie besucht. Dadurch bekomme ich neben meinen eigenen Eindrücken auch gleich die Meinung von Außenstehenden mit, die nicht jeden Tag die „Münsterlandbrille“ auf der Nase sitzen haben. Auch wenn die Region nicht vor Höhenmetern strotzt und weltweit bekannte Wahrzeichen beheimatet, überrascht sie mich doch jedes Mal aufs Neue.

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